Verbraucherzentrale warnt vor betrügerischen Inkasso-SMS

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Betrüger versuchen über eine neue Masche an das Geld unvorsichtiger Verbraucher zu gelangen. Wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz berichtet, kommen verstärkt Inkasso-SMS zum Einsatz, die die Empfänger mit Drohungen unter Druck setzen sollen.

Verbraucherzentrale warnt vor Inkasso-SMS

Im Frühwarnnetzwerk der Marktwächter Digitale Welt gehen derzeit vermehrt Meldungen über betrügerische Inkasso-SMS ein. Dabei gelangen die Betrüger über dubiose Dienste an die Rufnummern der Verbraucher und fordern anschließend per Inkasso-SMS Gelder ein. Obwohl Inkasso-SMS nicht per se unseriös sind, warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vor der neuen Betrugsmache.

Offenbar gelangen die Betrüger über Sex-Hotlines und ähnliche Dienste an die Telefonnummern der späteren Empfänger. Oft geht hier nach dem Wählvorgang zwar nur eine Bandansage ran, dennoch trifft wenig später eine Inkasso-SMS ein. In dieser wird die Zahlung eines bestimmten Betrages, meist um die 90 Euro, eingefordert. Denn die Empfänger hätten die Dienste des angerufenen Service in Anspruch genommen und sollen sie nun binnen weniger Tage bezahlen.

Inkasso per SMS ist rechtlich möglich – aber selten

Mit Hilfe der SMS setzen die Betrüger die Empfänger nicht nur unter Druck, sondern nutzen auch deren Schamgefühl aus. Dabei verstoßen sie meist gegen die rechtlichen Vorgaben, die Inkassounternehmen einhalten müssen. Dazu zählen unter anderem die klar und verständliche Angabe des Auftraggebers, des Forderungsgrunds und des Zeitpunkts des Vertragsschlusses. Darüber hinaus müssen sich in Deutschland agierende Inkassobüros gemäß §10 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) registrieren. Und das auch dann, wenn der Firmensitz im Ausland liegt. Im vorliegenden Fall arbeiten die Versender der Inkasso-SMS meist von Tschechien aus.

Seien Sie auch am Telefon vorsichtig. Dort versuchen Betrüger über diese Masche an ihre Adressdaten zu kommen:

Sie erklären Ihnen, dass ein Brief mit einem Inkassoschreiben nicht zugestellt werden konnte und möchten nun die korrekten Adressdaten abfragen. Geben Sie hier keine Daten preis.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, das Inkasso-Unternehmen im Rechtsdiensleistungsregister zu überprüfen. „Stammen Inkassoschreiben von registrierten Unternehmen und erreichen sie Sie in einer seriöseren Form als per SMS (zum Beispiel per Brief)? Überprüfen Sie, ob die Forderung gegen Sie zu Recht besteht. Wenn ja, müssen Sie zahlen“, erklärt die Verbraucherzentrale. Ist das Unternehmen seriös, die Forderungen aber unberechtigt, raten die Verbraucherschützer zum Widerspruch. Auf dubiose SMS unseriöser Unternehmen sollten Sie hingegen nicht reagieren.

Um die Zuordnung zu erleichtern, hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz die bereits bekannten dubiosen Unternehmen in einer Liste zusammengefasst. Das heißt: Stammt die SMS von einer Firma dieser Liste handelt es sich wahrscheinlich um einen Betrugsversuch. Eine Übersicht aller Firmennamen finden Sie hier.

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