Vodafone Kabelnetz in Berlin überlastet – nur 5 Mbit/s statt 100 Mbit/s

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Obwohl bei Vodafone bereits das Gigabit-Zeitalter angebrochen ist, haben die Kunden des Netzbetreibers mit überlasteten Kabelnetzen zu kämpfen. Vor allem in der stetig wachsenden Hauptstadt Berlin ist das Vodafone Kabelnetz örtlich stark überlastet. Dies konnte die Redaktion von MobiTalk am eigenen Leib erfahren.

Vodafone Kabelnetz in Teilen Berlins überlastet

Der Mobilfunkanbieter Vodafone ist oftmals der Vorreiter für neue Spitzengeschwindigkeiten. So bietet Vodafone beispielsweise als erster Anbieter einen 1 Gbit/s Kabelanschluss und das erste 5G Mobilfunknetz. Allerdings bleiben auch Vodafone-Kunden nicht vor Netzengpässen verschont. Diese Erfahrung müssen derzeit z.B. Berliner Haushalte machen. Denn besonders in den Abendstunden ist das Vodafone-Kabelnetz in Teilen Berlins stark überlastet.

Beispiel Chausseestraße:
In Berlin Mitte sind in der Zeit zwischen 18.00 und 0.00 Uhr mit einem 100 Mbit/s Kabelanschluss teilweise nur 2 bis 5 Mbit/s via LAN-Verbindung möglich. Mit diesen Geschwindigkeiten fühlt man sich schnell an die Zeiten von DSL Light (max. 384 kbit/s) auf dem Land erinnert. Vodafone selbst verspricht bei einem Kabel-Tarif mit 100 Mbit/s mindestens eine Bandbreite von 60 Mbit/s. Bei der Messung via Speedtest.net handelt es sich um keine Vodafone Störung. Denn in den Morgenstunden erreicht das Speedbarometer unter gleichen Gegebenheiten bis zu 95 Mbit/s.

LAN-Speedtest via Speedtest.net am 11.11.2018 (Abend)
LAN-Speedtest am 12.11. (Vormittag)

Kabelnetz-Überlastung in Neubaugebieten

Die Überlastung betrifft nicht nur die Chausseestraße sondern vor allem Wohngegenden mit vielen Neubauten. Hier ist die Infrastruktur in den letzten Jahren weitaus weniger gewachsen, als die Zahl der Bevölkerung bzw. Wohnungen. Auch in der Vodafone Community berichten Nutzer in verschiedenen Themen von ähnlichen Geschwindigkeiten ihres Kabelanschlusses.

Unverständlich ist es aber, dass Vodafone in den stark überlasteten Gebieten weiterhin fast monatlich Einwurf-Werbung mit Kabelanschlüssen mit bis zu 500 Mbit/s betreibt. Mit dem Versprechen ködert der Kabelanbieter vor allem Neukunden. Der Frust über die tatsächliche Geschwindigkeit ist danach groß. Zudem verschärfen weitere Kunden die Netzüberlastung für Kabel-Bestandskunden.

Vodafone bestätigt lokale Kabel-Netzengpässe

Ein Gespräch mit der Vodafone Störungshotline brachte keine Abhilfe. Erstaunlicherweise offen räumte man hier das lokal überlastete Netzsegment ein. Die technische Vodafone Hotline machte bei dem Telefonat allerdings wenig Mut auf eine zeitnahe Besserung. Für die nächsten 12 Monate sei auch mit keiner Verbesserung zu rechnen. Allenfalls ein Umstieg auf einen aktuellen Kabelrouter (z.B. FRITZ!Box 6360 auf 6490) mit mehr Kanalbündelung könnte die Situation etwas verbessern.

Auch die Vodafone Pressestelle in Person von Volker Petendorf bestätigt die lokalen Netzprobleme und bezeichnet die Bandbreite als nicht akzeptabel. Zwar sei das Vodafone Kabelnetz vor Ort „nur“ zu 95% ausgelastet, doch ab 18.00 Uhr ist mit einem Einbruch bei der Geschwindigkeit zu rechnen. Frühestens im Februar 2019 könnte ein Ausbau des Kabelnetzes auf DOCSIS 3.0 die Situation vor Ort etwas verbessern. Eine feste Terminzusage konnte Petendorf jedoch nicht treffen. Die Vodafone Werbung mit bis zu 500 Mbit/s gilt es in den betroffenen Gebieten zudem zu überprüfen.

Priorisierung einzelner Vodafone Kabel-Kunden?

Im gleichen Gebäudekomplex gibt es aber auch Vodafone-Kunden, die in den Abendstunden die volle Bandbreite von 100 Mbit/s ausschöpfen können. Findet hier etwa eine Priorisierung einzelner Kunden mit höherwertigen Tarifen bzw. Neukunden statt? Diesen Verdacht dementierte der Vodafone Pressesprecher. Eine plausible Erklärung hierfür könnten lediglich die unterschiedlich genutzte Hardware oder zugewiesenen Kabelleitungen im Hauptverteiler sein. Der Verdacht einer Priorisierung lässt sich zwar nicht bestätigen, dennoch haben die stark unterschiedlichen Endgeschwindigkeiten einen faden Beigeschmack.

Sonderkündigung, Wechsel oder Gutschrift möglich

Doch welche Lösungen bietet Vodafone betroffenen Kunden an? Kunden, die sich mit ähnlichem Problem an Vodafone wenden, können auf eine Gutschrift von bis zu 50% hoffen – falls diese mit den niedrigen Bandbreiten zur „Prime Time“ leben können. Andernfalls ist in Ausnahmefällen auch ein Wechsel auf einen Vodafone DSL-Tarif möglich. Da dieser über die Leitung der Telekom realisiert wird, ist hier mit keinen Einschränkungen zu rechnen. Allerdings können die maximalen Bandbreiten vor Ort nur zwischen 16 und 50 Mbit/s (je nach Verfügbarkeit) liegen. Dennoch ist hier derzeit mit weitaus stabileren Verbindungen zu rechnen.

Ist der Kunde weder mit einem Wechsel noch einer Gutschrift zufrieden, besteht zudem die Möglichkeit einer Vodafone Sonderkündigung. D.h. Kunden können den Vodafone Vertrag vorzeitig kündigen und sich nach einer Alternative umschauen. In der Stadt wird dies aber schwierig, da meist nur ein einziger Kabelanbieter einen Vertrag für die Versorgung eines Wohnkomplexes hat. Es bleibt daher oft nur die Möglichkeit, auf einen langsameren DSL-Anschluss umzusteigen.

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