Welche Handy-Geschwindigkeit – 1 Mbit/s oder 500 Mbit/s für Handytarif?

0
83

Wer sich für einen neuen Handyvertrag interessiert, stößt unweigerlich auf die Angaben zur maximal möglichen Surfgeschwindigkeit. Doch was bedeuten Zahlen wie 25 Mbit/s, 50 Mbit/s oder gar 500 Mbit/s im Alltag genau? Und ist LTE überhaupt notwendig oder eher eine nette Spielerei? Wir erklären, was es mit den Handygeschwindigkeiten auf sich hat.

Handy-Geschwindigkeit ist wichtig

Zu den Informationen, die Anbieter zu ihren Tarifen bereitstellen, zählt in der Regel auch die Angabe der maximal möglichen Surfgeschwindigkeit. Dabei werben die Anbieter zum Teil mit wenigen Mbit/s, aber auch mit Geschwindigkeiten von 300 Mbit/s oder gar 500 Mbit/s. In Zukunft sollen die Werte dank 5G sogar auf mehr als 1 Gbit/s ansteigen.

Laien sind mit diesen vielen Zahlen oft überfordert und können die immer höheren Werte nur schwer einordnen. Dabei ist es für einen Mobilfunkvertrag gar nicht so irrelevant, mit welchen maximalen Geschwindigkeiten im Internet gesurft werden kann und ob das LTE-Netz zur Verfügung steht oder nicht. Denn: Je schneller die Geschwindigkeit, desto eher sind Daten geladen, Videos abspielbar und Lieder downgeloadet. Doch wie viele Daten benötigen Sie konkret? Reichen wenige Mbit/s aus oder sollte man doch lieber LTE Max mit bestmöglicher Datenrate sein? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Stattdessen hängt das sehr stark von den individuellen Bedürfnissen ab.

1 Mbit/s oder 50 Mbit/s – oder doch 500 Mbit/s?

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Datenraten für Handynutzer am ehesten in Frage kommen, sollten man sich überlegen, wie die Nutzung des Smartphones erfolgt. Dazu zählt auch, welche Services und Dienste Anwendung finden. Wer viel streamt, sollte seine Surfgeschwindigkeit nicht zu langsam wählen. Wer hauptsächlich surft kommt jedoch auch mit weniger aus.

Für ein durchschnittliches YouTube-Video benötigen Handynutzer eine mittlere Datenrate. Zumindest dann, wenn Sie dieses vergleichsweise flüssig ansehen und ohne längere Wartezeit oder Ruckler genießen möchten. Wir sprechen hier von Geschwindigkeiten ab 21,6 Mbit/s. Das Gute daran: Diese Geschwindigkeit ist im UMTS- und HSDPA-Netz in den meisten Tarifen bereits üblich und reicht vielen Normalnutzern in der Regel völlig aus.

Schnellere Datenübetragung = bessere Bildqualität

Je höher die Datenrate ausfällt, also bspw. 50 Mbit/s, 100 Mbit/s oder mehr, desto schneller steht das gewünschte Video zur Verfügung und desto höher kann die Übertragungsqualität gewählt werden. Wer also viel streamt, Videos schaut oder online Musik hört, sollte lieber zu höheren Surfgeschwindigkeiten greifen.

So viel Speed benötigen Handynutzer:

  • Einsteiger- und Normalnutzer kommen meist mit 21,6 Mbit/s bis 50 Mbit/s aus – LTE ist nicht zwingend erforderlich
  • Vielnutzer, die häufig surfen, sollten eher zu 50 Mbit/s oder mehr greifen, hierzu ist LTE zwingend erforderlich
  • Streamingfans oder Nutzer, die häufig online Musik hören oder andere datenintensive Dienste nutzen, sollten mindestens 50 Mbit/s und LTE wählen. Hier empfiehlt sich ein Handytarif mit LTE Max, also die höchstmögliche Surfgeschwindigkeit, ist je nach Nutzungsintensität sinnvoll.

Ob Sie sich für einen Tarif mit oder ohne LTE entscheiden, hängt von Ihren Vorlieben, Ihrer Nutzung und Ihren preislichen Vorstellungen ab. Tarife ohne LTE sind häufig günstiger und deutlich öfter anzutreffen. Das liegt daran, dass vor allem die Telekom und Vodafone nur wenigen anderen Anbietern erlauben, auf ihr LTE-Netz zuzugreifen. Meist muss dafür auch zudem ein Aufpreis von 5 Euro pro Monat für eine LTE-Option entrichtet werden.

LTE im o2-Netz ist auch bei vielen Discountern anzutreffen und dadurch besonders günstig erhältlich. Allerdings ist die Netzabdeckung zum Teil schlechter als bei der Telekom und Vodafone, wie unsere Erfahrungsbericht zum besten Handynetz zeigt.

Sind 300 Mbit/s oder mehr wirklich nötig?

Kurz und knapp: Nein. Zwar sind maximale Surfgeschwindigkeiten von 300 Mbit/s oder 500 Mbit/s auf dem Papier attraktiv und ein Punkt, mit dem sich vor allem die Netzbetreiber voneinander abgrenzen. In der Realität spüren jedoch nur die wenigsten Nutzer tatsächlich, ob sie nun mit 50 Mbit/s oder 300 Mbit/s via LTE surfen. Für die meisten Smartphone-Anwendungen reichen höhere zweistellige Datenraten völlig aus. Mehr ist dann zwar schön, aber nicht mehr wirklich spürbar.

Hinzukommt, dass ein Maximum von 300 Mbit/s oder 500 Mbit/s nur selten tatsächlich erreicht wird. „Die Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 300 MBit/s im Download ist in immer mehr Regionen verfügbar“, schreibt beispielsweise die Telekom. Heißt: Tatsächlich erreichen die wenigsten Kunden LTE Max im Telekom-Netz, weil die notwenigen idealen Bedingungen im Alltag meist fehlen oder die Zellen von zu vielen Nutzer frequentiert werden. Allerdings bieten Handyverträge mit LTE generell höhere Bandbreiten, durch den Zugriff auf schnelle LTE-Stationen.

LTE gehört mittlerweile zum aktuellen Übertragungsstandard und wird beim Netzausbau favorisiert. Das heißt, dass die Verbreitung von UMTS und HSDPA immer mehr abnimmt. Wir raten daher dazu, vor allem bei Verträgen mit einer Laufzeit von 24 Monaten zu Tarifen inklusive LTE zu greifen.

Durch den verstärkten LTE Netzausbau, kann es sein, dass die UMTS oder HSDPA Verfügbarkeit während der Laufzeit schlechter wird. Vorhandene Mobilfunkstationen werden beispielweise mit LTE aufgerüstet. Sollte das während der Vertragslaufzeit geschehen, haben Kunden nur wenige Möglichkeiten, vorzeitig aus Ihrem Mobilfunkvertrag zu kommen. Deswegen raten wir dazu, auf LTE nur bei kurzfristig kündbaren Verträgen und in Gegenden mit ausreichender 3G-Abdeckung zu verzichten. Außerdem bietet LTE bessere Reaktionszeiten, was sich auch beim Aufruf von Webseiten oder dem Streamen bemerkbar macht.

Maximale Geschwindigkeiten der Mobilfunknetze

LTE Max ist vor allem bei den drei Netzbetreibern Telekom, Vodafone und o2 ein Thema. Dort gehört LTE Max zu den Vorzügen der hauseigenen Mobilfunktarife. Das heißt, dass Kunden, die einen Handyvertrag mit LTE Max wünschen, vor allem bei den drei Netzbetreibern suchen sollten. Andere Anbieter und Discounter haben zum Teil zwar LTE, jedoch kein LTE Max Verfügbarkeit. Doch wie schnell sind die Surfgeschwindigkeiten mit LTE Max überhaupt?

LTE Max bei Telekom, Vodafone und o2

  • Bei den Telekom Handytarifen bedeutet LTE Max derzeit ein Maximum von 300 Mbit/s im Up- und 50 Mbit/s im Download. Damit liegt die Telekom im Mittelfeld zwischen Vodafone und o2. LTE Max ist in Verbindung mit einem MagentaMobil Tarif verfügbar.
  • Vodafone wiederum setzt bei LTE Max bereits auf maximale Surfgeschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s. Allerdings ist dieser Wert nur an wenigen Orten in Deutschland tatsächlich erreichbar. In allen Vodafone RED Tarifen ist LTE Max inklusive.
  • Bei den o2 Handytarifen wird mit LTE Max ein Wert von bis zu 225 Mbit/s erreicht. Das ist im Vergleich die niedrigste Geschwindigkeit. Dafür stellt o2 LTE auch in vielen Discount-Tarifen zur Verfügung. Das heißt, dass Interessenten viele günstige Tarife im o2-Netz inklusive LTE buchen können. Bei diesen sind allerdings nur 50 Mbit/s enthalten. LTE Max ist in den Tarifen von o2 Free und o2 my Data inklusive.

Drosselung und Datenautomatik

Wer Tarife mit schnellen Surfgeschwindigkeiten nutzt, kommt oft in die Situation, dass das Datenvolumen schneller aufgebraucht ist. Allerdings liegt das nicht daran, dass schnelle Geschwindigkeiten mehr verbrauchen, sondern eher an der verstärkten Nutzung, da alles „ja so schön schnell geht“. Da viele Tarife nur ein bestimmtes Datenkontingent umfassen, setzt nach Erreichen der Volumengrenze häufig eine Drosselung ein.

64 Kbit/s entsprechen etwa der früheren Modem-Geschwindigkeit. Das heißt, das surfen im Internet ist rudimentär möglich.

32 Kbit/s erlauben die Nutzung von WhatsApp und einfacher Internetseiten. Allerdings kann das Versenden von Fotos bereits schwierig werden.

Mit 16 Kbit/s funktioniert eigentlich nur noch der Textchat bei WhatsApp. Webseiten laden in der Regel nicht mehr und das Versenden von Bildern und Videos per WhatsApp schlägt fehl.

Das heißt, dass die Geschwindigkeit für den restlichen Abrechnungsmonat drastisch reduziert wird. Dabei ist ein Maximum von 64 Kbit/s meist Standard. Es gibt aber auch Tarife, die auf maximal 32 Kbit/s oder gar 16 Kbit/s gedrosselt werden. Höhere Drosselraten kommen eher selten zum Einsatz, sind jedoch zum Teil verfügbar. Zum Beispiel bei o2. Dabei drosselt der Netzbetreiber in den o2 Free Tarifen auf moderate 1 Mbit/s im 3G-Netz. Statt einer Drosselung setzen manche Anbieter jedoch auch eine Datenautomatik ein. Dazu zählen insbesondere die Drillisch-Marken und ältere Vodafone Handytarife mit SpeedGo.

Diese Seite jetzt selbst bewerten:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen, sei der Erste.)
Loading...

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here