Bewegungsdaten: Speicherung bei Telekom & o2 widersprechen

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Wer ein Smartphone nutzt, sendet unwissentlich viele Daten an die Netzbetreiber. Darunter auch Bewegungsdaten, die wiederum ausgewertet werden können. Ganz unterbinden lässt sich diese Sammelwut nicht. Allerdings können Kunden sie deutlich eindämmen. Wir zeigen, wie das geht.

Was sind Bewegungsdaten eigentlich?

Über die Simkarte eines Handys lassen sich viele sensible Daten sammeln. Dazu gehören nicht nur die Handynummer und der Name des Kunden, der sie benutzt, sondern auch sein Alter und seine Wohnadresse. Doch auch abseits dieser dem Netzbetreiber meist eh bekannten Informationen, bietet ein Handy viele Details zu den Vorlieben. Denn über die sogenannten Bewegungsdaten lassen sich häufig besuchte Orte ermitteln. Das wiederum bietet die Möglichkeit, Hobbys, Vorlieben und Alltagsabläufe zu analysieren.

Für Werbetreibende und Marketingabteilungen sind die Bewegungsdaten ein wahrer Schatz. Denn über sie können diese beispielsweise bestimmen, wer wann welche Geschäfte in einem Einkaufszentrum ansteuert. Ob der Shop bei Frauen oder Männern beliebter ist oder welche Altersgruppe dort besonders gern einkauft. Das wiederum lässt Rückschlüsse darauf zu, wie die Werbestrategie ausfallen sollte und welche Marketingmaßnahmen sinnvoll sind.

Netzbetreiber sammeln Daten

Neben den Bewegungsdaten sammeln die Netzbetreiber auch Informationen zu SMS, Telefonaten und Funkzellen, in denen sich die Kunden aufhalten. Hier werden jedoch keine Inhalte mitgeschnitten. Es geht vielmehr darum, zu ergründen, wo sich besonders häufig Kunden aufhalten, um beispielsweise den Netzausbau besser planen zu können. Auch wie gut Kunden das Netz vor Ort nutzen können, spielt eine Rolle. Zum Beispiel, ob es in einzelnen Funkzellen besonders häufig Gesprächsabbrüche gibt.

Wer sammelt Bewegungsdaten und wofür?

Grundsätzlich sammeln die Netzbetreiber Telekom, o2 und Vodafone die Bewegungsdaten ihrer Kunden und verwenden sie intern weitern. Zum Beispiel zur Planung des Netzausbaus oder zur Behebung von Störungen. Vor allem die Telekom und o2 verkaufen diese anonymsierten Daten jedoch auch an Dritte weiter. Zum Beispiel an Einkaufscenter und andere an solchen Informationen interessierte Unternehmen. Wer genau das eigene anonyme Profil erhält, erfahren Kunden dabei nicht. Die Unternehmen nutzen die Daten wiederum, um zu ermitteln, wer sich wie lange in oder bei einem Geschäft aufhält, wer welches Regal wie lange begutachtet und ähnliches. Das lässt Rückschlüsse auf das Kaufverhalten der Geschlechter und Altersgruppen zu und sorgt für eine bessere Planung.

Bin ich mit dem Handy immer anonym?

Datenschutzverordnungen verbieten es in der Regel, diese Bewegungsdaten personenbezogen zu sammeln, zu speichern oder weiterzugeben. Das heißt, dass im System meist nur allgemeine Angaben wie das Geschlecht und das Alter gespeichert werden. Natürlich wissen die Netzbetreiber im Zweifel, um welchen Kunden es sich handelt. Weiterverkauft werden diese sensiblen Daten jedoch nicht. Dafür kommen nur anonymisierte Datensätze in Frage. Also Infos, die zwar Alter, Geschlecht und Aufenthalt angeben, jedoch nicht so leicht zu einer einzelnen Person zurückverfolgt werden können. Dennoch sind diese Infos natürlich ein wahrer Schatz für Dritte, die mit ihnen Auslastungen ermitteln, Verkehrsplanungen vornehmen oder schlicht Werbestrategien prüfen können.

Wie widerspreche ich bei der Telekom?

Eigenen Angaben nach sammelt die Telekom diese Daten ihrer Kunden:

  • Altersgruppe (10-Jahres-Schritte)
  • Geschlecht
  • Postleitzahl (erste 4 Stellen)

Außerdem verspricht das Unternehmen, dass die Anonymität Dank technischer Verfahren so umfassend ist, dass keine Rückschlüsse auf die Identität des Kunden möglich ist. Dabei finden die Informationen im eigenen Unternehmen Anwendung, werden aber auch an die Telekom Tochter Motionlogic GmbH weitergeben. Dieser wiederum nutzt diese beispielsweise für die Verkehrsplanung. Wer dieser Datenübertragung an die Motionlogic GmbH widersprechen möchte, kann das ganz einfach tun:

  1. Informationsseite der Telekom aufrufen (Link)
  2. Vorwahl und Handynummer des Telekom-Vertrags eingeben
  3. SMS mit vierstelligen Code abwarten
  4. Vierstelligen Code auf der Seite eingeben
  5. Mit „Code abschicken“ Widerspruch absenden

Auf diese Weise lässt sich jedoch nur die Datenweitergabe an die Telekom-Tochter unterbinden. Mit der Erhebung und Analyse der eigenen Daten für die Zwecke der Telekom müssen Kunden leben. Denn das Unternehmen nutzt die Infos unter anderem für die Netz- und Ausbauplanung.

Die oben genannten Schritte können auch von Kunden der übrigen Marken im Telekom-Netz vorgenommen werden. Zum Beispiel congstar und klarmobil.

Wie funktioniert der Widerspruch bei o2?

Das hinter o2 stehende Unternehmen Telefónica geht offen damit um, dass die Bewegungsdaten nicht nur für die eigenen Dienste, sondern auch von Dritten genutzt werden. Informationen dazu finden Kunden hier.

Dabei verwendet o2 auch personenbezogene Daten. Dann jedoch nur bei Buchung bestimmter Dienste und nach Zustimmung durch den Kunden. Zum Beispiel dann, wenn der Location-Based-Service o2 More Local genutzt wird. Anonymisierte Daten werden wiederum nicht nur bei o2 selbst, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft eingesetzt. Das heißt, dass diese Informationen Dritte erhalten. So helfen diese Daten beispielsweise bei der Planung des ÖPNV in Leipzig und Lippe oder bei der Emissionsbewertung in Nürnberg.

Wer wissen will, welche Daten der Netzbetreiber von einem sammelt und wie verwendet, der kann seinen persönlichen Status abrufen. Das geht für o2-Kunden und Nutzer der angeschlossenen Marken so:

  1. Informationsseite von o2 aufrufen (Link)
  2. Handynummer eingeben und SMS abwarten
  3. Einmalpasswort aus der SMS eingeben
  4. Status einsehen

Über dieses Fenster können Kunden ihren Status auch jederzeit ändern, sollten die aktuellen Einstellungen nicht den Wünschen entsprechen. Allerdings gilt das nur für die anonymisierten Daten. Wer Dienste wie o2 More Local nutzen möchte, muss auch der Nutzung der eigenen Daten zustimmen.

Und was macht Vodafone mit Bewegungsdaten?

Auch Vodafone erhebt Bewegungsdaten der eigenen Kunden. Anders als o2 und Telekom erlaubt der Netzbetreiber jedoch keinen Widerspruch über deren Verwendung. Denn in den Augen des Unternehmens ist das nicht notwendig, da die Informationen nur intern und anonymisiert verwendet werden. Etwa zur Ausbauplanung, der Auslastung des Vodafone Netzes und der Problembehebung. Das ermöglicht es dem Unternehmen zum Beispiel, zielgerichtet auf sich veränderte Nutzungen zu reagieren. Etwa bei einem Fußballspiel oder anderen Gelegenheiten, bei denen sich viele Kunden in einer Mobilfunkzelle versammeln. Hier können Kunden also nicht gegen die Erhebung und Nutzung von Bewegungsdaten vorgehen.

Positiv zu bewerten ist jedoch, dass Vodafone derzeit als einziger Netzbetreiber keine Bewegungsdaten an Dritte verkauft. Dass der Anbieter dennoch weiß, wo ein Handy sich gerade aufhält, ob damit telefoniert oder gesurft wird, lässt sich nicht vermeiden. Entsprechende Informationen müssen unter anderem auch für Abrechnung erhoben werden. Grundsätzlich gilt: Wer mobil mit dem Handy unterwegs ist, ist nie ganz anonym. Allerdings können Kunden oft selbst bestimmen, wie mit ihren Daten umgegangen wird. Zum Beispiel, in dem sie die Weitergabe an Dritte unterbinden oder widerrufen.

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