freenet Funk: Power-User werden bei zu starker Nutzung gekündigt

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Seit Anfang Mai bietet freenet FUNK einen innovativen Mobilfunktarif mit Unlimited-Flat an. Allerdings ist diese offenbar nicht so unbegrenzt, wie es der Anschein hat. Denn ersten Berichten zufolge, kündigt freenet Funk bereits den ersten Kunden. Offenbar haben es diese bei der Nutzung der unbegrenzten Datenflat übertrieben.

freenet Funk mit günstiger Unlimited-Flat

Anfang Mai hat freenet Funk für eine kleine Revolution gesorgt. Denn der Anbieter, bei dem fast alles über die gleichnamige App läuft, bietet die hauseigene Dienste nicht nur besonders günstig an, sondern nutzt auch ein innovatives Abrechnungssystem. Jeden Tag können Nutzer wählen, ob sie einen Tarif mit 1 GB Volumen oder einer unlimited Flat verwenden möchten. In beiden ist jeweils eine Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze im o2-Netz enthalten.

Ungewöhnlich ist die taggenaue Abrechnung. Denn wer sich jeden Tag neu für seinen Tarif entscheidet, muss auch nur den jeweils aktuellen bezahlen. Dabei kostet der 1 GB Tarif günstige 69 Cent pro Tag. Für die Unlimited-Flat werden 99 Cent pro Tag fällig. Wer will, kann bis zu 14 Tage pausieren. Dann jedoch bucht sich das jeweils zuletzt genutzt Paket wieder neu auf. Anschließend ist erneut eine Pausierung von bis zu 14 Tagen möglich.

Ist freenet Funk als mobiler Hotspot nutzbar?

Ungewöhnlich ist, dass freenet Funk von Anfang an recht offen mit der Unlimited-Flat umgeht. Während andere Anbieter die Simkarten zum Teil per IMEI Fencing fix an ein Gerät binden, erlaubt freenet sogar das Tethering sowie die Nutzung der Simkarte als Hotspot für andere Geräte.

freenet Funk kündigt ersten Power-Usern

Diese Offenheit in Sachen Nutzung und Endgeräte hat sich offenbar zum Bumerang für freenet Funk entwickelt. Denn einigen Berichten zufolge habe der Anbieter ersten Kunden gegenüber die Kündigung ausgesprochen. Da das Angebot keine feste Laufzeit hat und jederzeit gekündigt werden kann, steht dieses Recht auch dem Anbieter zu. Und von diesem scheint freenet nun vor allem bei Power-Usern Gebrauch zu machen.

Wie Teltarif berichtet, haben betroffene Kunden binnen kurzer Zeit sehr hohe Datenmengen verbraucht. So soll ein User in zwei Monaten knapp 1,4 TB auf der Uhr gehabt haben. Ein anderer brachte es in 25 Tagen auf etwa 500 GB. Ein Dritter versurfte 500 GB in gut einem Monat. Offenbar sind das Werte, die freenet Funk zu hoch ausfallen. Auch, weil der Tarif hier sicherlich nicht einmal mehr annähernd kostendeckend sein dürfte.

Darf freenet Funkt denn einfach so kündigen?

Grundsätzlich dürfen sowohl der Kunde als auch der Anbieter gemäß der vereinbarten Fristen und Laufzeiten kündigen. Da es bei freenet Funk keine feste Laufzeit gibt und die Kündigung täglich möglich ist, kann dieses Recht natürlich auch der Anbieter wahrnehmen. Einer direkten Begründung bedarf es dafür nicht. Da sich Anbieter ihre Kunden ebenso aussuchen können wie Kunden ihren Anbieter steht es den Unternehmen frei, Verträge auch wieder zu beenden. Das ist rechtlich möglich, solange die Laufzeiten und Fristen eingehalten werden und es zu keine Diskriminierung oder Benachteiligung kommt.

Müssen nun alle Kunden eine Kündigung befürchten?

freenet Funk Nutzer, die die Tarife im Smartphone nutzen und ab und an einen mobilen Hotspot öffnen, müssen sich wohl keine Sorgen machen. Datenmengen von 500 GB oder mehr im Monat erreichen Durchschnittsnutzer nicht einmal annähernd. Hier dürfte die tatsächliche Nutzung im Schnitt bei einigen Gigabyte pro Monat liegen. Doch auch wer einen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Wert verbraucht, dürfte vor einer Kündigung sicher sein. Zwar nennt der Anbieter keinen genauen „Grenzwert“, dürfte sich jedoch bewusst sein, dass die Nutzung einer Unlimited-Flat nicht nur ein paar Gigabyte pro Monat bedeutet.

Zu den Kündigungen dürften zudem nicht nur die hohen Datenwerte geführt haben, sondern auch der Verdacht, dass diese missbräuchlich entstanden sind. Zum Beispiel nicht in einem Handy oder Tablet, sondern in einem stationären Router oder dergleichen. Denn per Smartphone oder Tablet versurfen selbst Power-User in der Regel keine Datenmengen von 500 GB und mehr. Hier dürfte der Tarif eher als Festnetzersatz zum Einsatz gekommen sein, über den datenintensive Dienste verwendet wurden oder mehrere Personen parallel Zugang hatten.

Neue AGB: Unlimited Tarif nur in Mobilgeräten nutzen

Um diesen Umstand in Zukunft besser abzugrenzen, hat der Anbieter einen neuen Punkt zu den hauseigenen AGB hinzugefügt. Dort heißt es unter Punkt 5.8 nun:

Der mobile Internetzugang kann/ darf nur mit Smartphones, Tablets oder sonstigen Geräten genutzt werden, die eine mobile Nutzung unabhängig von einem permanenten kabelgebundenen Stromanschluss ermöglichen (nicht z.B. in stationären LTE-Routern).

Das soll in Zukunft wohl für eine gewissen Sicherheit sorgen, damit die Tarife nicht missbräuchlich genutzt werden. Denn wer die Simkarte in einen LTE-Router steckt und als Festnetz-Ersatz verwendet, verbraucht oft deutlich mehr als ein Handy- oder Tabletnutzer. Natürlich sind hohe Datenmengen in kurzer Zeit auch über ein Mobilgerät möglich. Der Durchschnittsnutzer dürfte sich jedoch eher selten in diesen Bereichen bewegen.

Was bedeutet das für Kunden der Marke?

Einen genauen Wert, ab wann freenet von einer missbräuchlichen Nutzung ausgeht, nennt das Unternehmen nicht. Die aktuellen Kündigungen legen jedoch nahe, das mittlere dreistellige Gigabyte-Zahlen in einem Monat wohl den Grenzwert darstellen. Vor allem Power-User, die sehr hohe Datenmengen verbrauchen, sollten ihre Nutzung wohl etwas im Auge bezahlen. Vor allem, wenn diese den niedrigen dreistelligen Bereich langsam zu überschreiten beginnt. Ob 500 GB pro Monat tatsächlich den kritischen Grenzwert darstellen, ist unbekannt. Als Orientierung ist er – mit Abstrichen – jedoch sicherlich nutzbar.

Wir empfehlen, ab und an einen Blick in die Verbrauchsübersicht zu werfen und bei einem zu hohen Verbrauch etwas vorsichtiger zu sein. Ansonsten dürften sich die meisten Nutzer keine Sorgen machen müssen. Ob freenet Funk hier in nächster Zeit konkretere Angaben zum Maximalverbrauch macht, bleibt abzuwarten.

Und wenn ich schon eine Kündigung erhalten habe?

Kunden, die bereits eine Kündigung erhalten haben, haben leider kaum Möglichkeiten, um gegen diese vorzugehen. Denn eine Kündigung aussprechen darf der Anbieter, solange er sich an die vereinbarten Fristen und Laufzeiten hält. Auch eine Begründung muss er dafür nicht liefern.

Wer weiterhin Kunde bei freenet Funk bleiben möchte, kann lediglich den Kontakt zum Anbieter suchen und um Kulanz bitten. Das wird jedoch voraussetzen, dass sich der Datenverbrauch ab sofort deutlich reduziert. Wie groß die Chancen für eine solche Kulanz sind, ist unbekannt. Wer will, kann natürlich auch einfach eine neue Simkart bestellen. Hier kann es jedoch unter Umständen zu Problemen kommen. Denn es ist anzunehmen, dass die eigenen Daten auf einer Art Blacklist gelandet sind. Es kann also sein, dass eine Neubestellung nicht möglich ist.

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