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Wish, eBay und Co: Steuerfreigrenze für China-Pakete fällt

Handyschnäppchen bei Wish, Ladekabel und Co. von eBay und andere Kleinstlieferungen aus China werden ab 2021 teurer. Denn die Post kippt die Steuerfreigrenze und erhebt ab Juli 2021 ab dem ersten Cent die Einfuhrumsatzsteuer. Das könnte die Schnäppchenjagd mit China-Paketen für viele uninteressant machen.

China-Pakete werden teurer

Asiatische Händler haben via eBay und Wish längst den deutschen Markt erobert. Günstige Handys, Technik und Kabel für wenige Cent und Artikel, die es im deutschen Handel nicht oder nur schwer zu finden gibt. Viele Deutsche bestellten lange Zeit Cent- und Euro-Artikel bei asiatischen Händlern und liesen sich diese ohne weitere Kosten direkt vor die Haustüre liefern. Möglich machte das eine Sonderregelung für Importsendungen, die bis zu einem Wert von 22 Euro von der Einfuhrumsatzsteuer befreit waren.

Allerdings schobben die Post und die EU-Kommission dieser Regelung am 1. Juli 2021 einen Riegel vor. Dadurch wurde die praktische Freigrenze ersatzlos gestrichen. Das heißt, dass jede Sendung aus dem Nicht-EU-Ausland ab dem 1. Cent unter die Einfuhrumsatzsteuer fällt. Diese liegt regulär bei 19 Prozent und entspricht weitgehend der Umsatzsteuer. Bis Ende 2020 profitiert jedoch auch die Einfuhrumsatzsteuer von der Senkung auf 16 Prozent bzw. 5 Prozent.

Umsatzsteuer erst ab 1 Euro fällig

Seit dem 1. Juli 2021 gilt nun diese Regelung: Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent fällt für jede Sendung an. Eine Freigrenze wie bisher gibt es zumindest offiziell nicht mehr. Allerdings arbeitet die Post, die hierzulande für die Erhebung der Gebühren zuständig ist, weiterhin mit einer Art Freigrenze. Diese wird jedoch nicht wie früher auf den Warenwert, sondern auf die Höhe der zu entrichtenden Gebühren ausgerichtet. Konkret werden hierorts dann Gebühren  fällig, wenn sie einen Euro oder mehr betragen.

Bei niedrigpreisigen Waren mit einer Einfuhrumsatzsteuer unter 1 Euro verzichtet der Zoll auf die Erhebung. Umgerechnet entspricht das einem Warenwert von 5,23 Euro. Liegt dieser unter dieser Grenze fällt keine Umsatzsteuer an. Eine weitere Ausnahme gilt für Waren aus Onlineshops, die bereits in der EU registriert sind und die anfallende Mehrwertsteuer in einem EU-Land abführen.

So funktioniert die Zahlung der Gebühren

Bei entsprechenden Sendungen über 5,23 Euro gehrt die Post in Vorkasse, stellt die Pakete zu und fordert dann die angefallenen Gebühren nach. Allerdings zuzüglich einer Auslagepauschale in Höhe von 6 Euro (inkl. MwSt.). 

Freigrenze für Kleinstsendungen fällt weg

Weshalb die Änderung vorgenommen wurde, erklärt die Post mit der geplanten Gleichbehandlung aller Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland:

Die EU Kommission begründet diese Maßnahme damit, dass eine steuerrechtliche Bevorzugung von ausländischen Versandhändlern verhindert und die heimische Wirtschaft gestärkt werden soll. Ebenfalls soll durch die Neuerung dem Mehrwertsteuerbetrug Einhalt geboten werden.

Doch was bedeutet das für Verbraucher, die Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland erhalten? Vor allem einen Aufpreis, denn die Einfuhrumsatzsteuer wird in Zukunft zum Kaufpreis und den Versandkosten hinzukommen. „Für jede in die EU importierte Sendung muss eine Zollanmeldung mit Abgabenerhebung durchgeführt werden. Einfuhrumsatzsteuer fällt bereits ab 1 Cent Warenwert an“, heißt es.

FAQ zur Freigrenze für die Einfuhrumsatzsteuer

Seit wann gilt die Neuregelung?

Die neue Regelung ist seit dem 1. Juli 2021 aktiv.

Ab wann muss ich für China-Pakete Umsatzsteuer zahlen?

Beträgt der Warenwert mehr als 5,23 Euro müssen Besteller die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent sowie 6 Euro für die Zustellung und Gebührenerhebung durch die Post entrichten.

Wie erhalte ich meine China-Pakete?

Die Post geht bei Bestellungen über 5,23 Euro Wartenwert in Vorleistung, stellt die Waren zu und fordert dann die Gebühren sowie 6 Euro Auslagenpauschale nach.

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