Wish, eBay und Co: Steuerfreigrenze für China-Pakete fällt

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Handyschnäppchen bei Wish, Ladekabel und Co. von eBay und andere Kleinstlieferungen aus China werden ab 2021 teurer. Denn die Post kippt die Steuerfreigrenze und erhebt ab Juli 2021 ab dem ersten Cent die Einfuhrumsatzsteuer. Das könnte die Schnäppchenjagd mit China-Paketen für viele uninteressant machen.

Update vom 03.06.2021

Umsatzsteuer erst ab 1 Euro fällig

Zum 1. Juli 2021 tritt die Neuregelung der Einfuhrumsatzsteuer für Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland in Kraft. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent fällt dann für jede Sendung an. Eine Freigrenze wie bisher gibt es nicht mehr. Bislang war jedoch unklar, wie genau Post und Co. die Anpassung genau umsetzen werden. In einer Pressemitteilung gibt die Deutsche Post dazu nun Auskunft.

So wird es auch nach dem 1. Juli weiterhin eine Art Freigrenze geben. Allerdings nicht wie früher auf den Warenwert, sondern auf die Höhe der zu entrichtenden Gebühren. Konkret werden diese erst fällig, wenn sie einen Euro oder mehr betragen. Bei niedrigpreisigen Waren mit einer Einfuhrumsatzsteuer unter 1 Euro verzichtet der Zoll auf die Erhebung. Umgerechnet entspricht das einem Warenwert von 5,23 Euro. Liegt dieser unter dieser Grenze fällt keine Umsatzsteuer an. Eine weitere Ausnahme gilt für Waren aus Onlineshops, die bereits in der EU registriert sind und die anfallende Mehrwertsteuer in einem EU-Land abführen.

Wie die Post erklärt, wird sie bei entsprechenden Sendungen über 5,23 Euro in Vorkasse gehen, die Pakete zustellen und die angefallenen Gebühren nachfordern. Allerdings zuzüglich einer Auslagepauschale in Höhe von 6 Euro (inkl. MwSt.). Relevant dafür, ob ein Paket ab Juli unter die neue Regelung fällt, ist der Zeitpunkt der Zollanmeldung in Deutschland. Ist das bis zum 30. Juni möglich, fallen (noch) keine Umsatzsteuerkosten an. Ab dem 1. Juli dann für jede Sendung – unabhängig, wann diese bestellt wurde.

Ursprünglicher Artikel

China-Pakete werden teurer

Asiatische Händler haben via eBay und Wish längst den deutschen Markt erobert. Günstige Handys, Technik und Kabel für wenige Cent und Artikel, die es im deutschen Handel nicht oder nur schwer zu finden gibt. Viele Deutsche bestellen Cent- und Euro-Artikel bei asiatischen Händlern und lassen sich diese ohne weitere Kosten direkt vor die Haustüre liefern. Möglich macht das eine Sonderregelung für Importsendungen, die bis zu einem Wert von 22 Euro von der Einfuhrumsatzsteuer befreit sind.

Allerdings schieben die Post und die EU-Kommission dieser Regelung bald eine Riegel vor. Denn ab dem 1. Juli 2021 wird die praktische Freigrenze ersatzlos gestrichen. Das heißt, dass jede Sendung aus dem Nicht-EU-Ausland ab dem 1. Cent unter die Einfuhrumsatzsteuer fällt. Diese liegt regulär bei 19 Prozent und entspricht weitgehend der Umsatzsteuer. Bis Ende 2020 profitiert jedoch auch die Einfuhrumsatzsteuer von der Senkung auf 16 Prozent bzw. 5 Prozent.

Freigrenze für Kleinstsendungen fällt weg

Weshalb die Änderung vorgenommen wird, erklärt die Post mit der geplanten Gleichbehandlung aller Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland:

Die EU Kommission begründet diese Maßnahme damit, dass eine steuerrechtliche Bevorzugung von ausländischen Versandhändlern verhindert und die heimische Wirtschaft gestärkt werden soll. Ebenfalls soll durch die Neuerung dem Mehrwertsteuerbetrug Einhalt geboten werden.

Doch was bedeutet das für Verbraucher, die Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland erhalten? Vor allem einen Aufpreis, denn die Einfuhrumsatzsteuer wird in Zukunft zum Kaufpreis und den Versandkosten hinzukommen. „Für jede in die EU importierte Sendung muss eine Zollanmeldung mit Abgabenerhebung durchgeführt werden. Einfuhrumsatzsteuer fällt bereits ab 1 Cent Warenwert an“, heißt es.

Was müssen Verbraucher ab 2021 beachten?

Wie der Zoll die Neuregelung konkret umsetzen wird, ist jedoch noch nicht bekannt. Die Kontrolle und Abgabenerhebung dürfte eine ganze Menge Mehrarbeit bedeutet. Bereits heute ist es nicht möglich, alle Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland zu kontrollieren. Es finden lediglich Stichproben und die Untersuchung von verdächtig günstigen Sendungen statt. Denn die Händler notieren den Warenwert in der Regel bereits auf dem Paket oder deklarieren es als Geschenk.

Denkbar ist, dass die Händler die Abgabe beim Verkauf bereits einbeziehen und an den Zoll abführen. Eine weitere Option ist die Stellung einer Rechnung oder eine Nachnahmebezahlung bei Übergabe an der Haustür. Allerdings gibt es hierzu derzeit noch keine Einzelheiten. Fakt ist jedoch, dass die sehr günstigen Sendungen von Wish, eBay und Co. ab Juli 2021 der Vergangenheit angehören werden. Allerdings fällt der Aufpreis für Artikel, die nur wenige Euro kosten, gering aus. Der Preis wird Käufer also kaum vom Einkauf in Asien abhalten. Der mögliche Mehraufwand, der je nach Umsetzung beim Zoll entstehen könnte, jedoch schon.

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