National Roaming – Was ist nationales Roaming?

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Der Begriff National Roaming hat spätestens seit der Fusion zwischen o2 und E-Plus wieder an Bedeutung gewonnen. Zudem soll nationales Roaming vor allem beim künftigen 5G Netzausbau eine zentrale Rolle spielen. Doch wie definiert sich National Roaming und wo kommt es zum Einsatz?

Was ist National Roaming?

Der Begriff Roaming ist vor allem durch die Handynutzung im Ausland bekannt. Durch Roaming wird die Nutzung mobiler Endgeräte auch in anderen Handynetzen ermöglicht. D.h. ausländische Netzbetreiber ermöglichen die Nutzung mobiler Daten (Datenroaming), mobile Telefonie und den Versand von SMS vor Ort. Seit dem 15.06.2017 gibt es keine Kosten beim Roaming innerhalb der EU mehr. Doch was ist der Unterschied zwischen Roaming und nationalen Roaming?

Beim nationalen Roaming nutzt ein Mobilfunkanbieter das Netz eines anderen Anbieters im selben Land. Aus technischer Sicht gibt es bei dem Roaming zwischen ausländischen Netzbetreibern und nationalen Anbietern keinen Unterschied. Allerdings haben Mobilfunkkunden im Ausland oft die Auswahl zwischen verschiedenen Roaming-Partnernetzen. Während Roaming im Ausland permanent betrieben wird, greift das National Roaming i.d. Regel nur in folgenden Fällen:

  • Das eigene Mobilfunknetz ist vor Ort nicht verfügbar
  • Vor Ort ist im eigenen Netz nur ein niedriger Mobilfunkstandard wie z.B. 2G verfügbar.

National Roaming zwischen o2 und E-Plus

Im Zuge der Fusion zwischen o2 und E-Plus zum gemeinsamen Telefónica-Netz spielte National Roaming eine sehr wichtige Rolle. Noch vor Beginn der Netzintegration kam im Mai 2015 erstmals das nationale Roaming im UMTS-Netz von o2 und E-Plus zum Einsatz. Durch das Netzroaming hatten alle Mobilfunkkunden in den Netzen von o2 und E-Plus die Möglichkeit, 3G im E-Plus Netz bzw. o2-Netz mitzunutzen. Die maximale Datengeschwindigkeit lag dadurch bei bis zu 42 Mbit/s. Im Frühjahr 2016 startet das National Roaming auch für die LTE- und GSM-Netze. Ende 2018 wurde die Netzintegration von E-Plus und o2 weitgehend abgeschlossen.

Beispiele für National Roaming in der Vergangenheit

Doch auch in der Vergangenheit lassen sich Beispiele für National Roaming im deutschsprachigen Raum finden. So nutzte o2 (damals noch Viag Interkom) ab 1999 in ländlichen Gebieten ohne eigenem Netz das Telekom-Netz (damals T-Mobile). Zudem nutzte bis 2003 der Netzbetreiber Orange Schweiz, in denen das eigene Netz nicht zur Verfügung stand, das Swisscom-Netz.

National Roaming-Pflicht bei 5G Frequenzvergabe

In Zukunft soll das nationale Roaming in Deutschland eine noch wichtigere Rolle spielen, zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Bundesnetzagentur geht. In den finalen 5G Vergaberegeln besteht zwar keine Pflicht zum National Roaming, doch es besteht ein „Verhandlungsgebot zu Kooperationen“. Im Kern geht es um die Öffnung der Handynetze für andere Anbieter. Dies gilt sowohl für die Netzbetreiber untereinander als auch andere Dienstanbieter. Kommt es zu keiner Einigung will die Aufsichtsbehörde als  „Schiedsrichter“ fungieren.

Das National Roaming könnte jedoch neue Wettbewerber wie z.B. United Internet (1&1) auf den Plan rufen, ein eigenes 5G-Netz in Städten und Ballungsräumen aufzubauen. Auf dem Land könnte 1&1 seine Kunden mit dem nationalen Roaming