Was ist eine eSIM? Die neue embedded SIM-Karte einfach erklärt

0
146

In den vergangenen Jahren hat sich das SIM-Karten-Format immer wieder verändert. Mit der eSIM wird künftig keine physische Handykarte für Smartphones, Tablets und Smartwatches mehr benötigt. Doch wie funktioniert eine embedded SIM genau und was sind die Vorteile bzw. Nachteile einer eSIM?

Was ist eine eSIM und wie funktioniert diese?

Als eSIM bzw. embedded SIM (zu deutsch eingebettet oder integriert) bezeichnet man eine SIM-Karte die in einem Gerät fest verbaut ist. Die eSIM nutzt die gleichen Spezifikationen wie herkömmliche SIM-Karten. Nach und nach soll die eSIM die bisherigen Plastik-SIM-Karten ersetzen.  Während die eSIM für viele Mobilfunkkunden noch Neuland ist, hat sich diese bereits seit Jahren im Bereich der Bereich der Machine-to-Machine-Internetanbindung bewährt.

Die eSIM ist als kleiner Chip in Smartphones, Tablets, Smartwatches oder anderen Wearables verbaut. Im Gegensatz zu einer physische SIM-Karte muss die eSIM nicht ausgetauscht werden. Zudem entfällt das mühselige Einlegen und komplizierte Ausbrechen der Plastikkarte mit der embedded SIM.

Von der Plastik-SIM zur eSIM

Im Laufe der Zeit hat sich das SIM-Karten-Format immer wieder verändert. Um Platz zu sparen sind die SIM-Karten immer kleiner geworden. Die erste SIM-Karte war 1991 die Full-Size-SIM bzw. Standard-SIM, diese hat das Format einer Scheckkarte. Es folgte Ende der 1990-er die Mini-SIM mit 25 Millimetern Länge, 12 Millimetern Breite und 0,76 Millimetern Dicke. Einige Jahre später folgte die Micro-SIM mit einer Länge von 15 Millimetern und einer Breite von 12 Millimetern. Die Mirco-SIM kam 2010 erstmals im iPad von Apple zum Einsatz. Apple war mit dem iPhone 5 außerdem Vorreiter der Nano-SIM, diese war mit einer Länge von 12,3 Millimetern und einer Breite von 8,8 Millimetern nochmals 40 Prozent kleiner. Die letzten drei SIM-Karten-Formate werden i.d. regel als 3-in-1-SIM-Karte bzw. Kombi-SIM angeboten.

Aktivierung einer eSIM

Um die eSIM zu aktivieren bieten Mobilfunkanbieter und Hersteller verschiedene Möglichkeiten. Die Aktivierung kann durch den Scan eines QR-Codes vom Mobilfunkanbieter erfolgen. Außerdem ist die Freischaltung via Anbieter App sowie durch manuelle Eingabe möglich.

QR-Code scannen

  1. Im Apple-Gerät Einstellungen“ > „Mobiles Netz“ (iPhone) bzw. „Mobile Daten“ (iPad) auswählen.
  2. „Mobilfunktarif hinzufügen“ anklicken.
  3. Bereitgestellten QR Code des Mobilfunkanbieters scannen.
  4. Ggf. Bestätigungscode des Anbieters eingeben.

App des Anbieters

  1. Im App Store bzw. Google Play Store App des Mobilfunkanbieters laden.
  2. Per App den gewünschten Handtarif buchen.

Tarif-Infos manuell eingeben

  • Im Apple-Gerät Einstellungen“ > „Mobiles Netz“ (iPhone) bzw. „Mobile Daten“ (iPad) auswählen.
  • Schaltfläche „Informationen manuell eingeben“ antippen und Tarifdaten manuell eingeben.

Diese Mobilfunkanbieter bieten eine eSIM

Bislang gibt es erst wenige Mobilfunkanbieter, die eine eSIM unterstützen. Mit den neuen iPhones haben zunächst die Netzbetreiber Telekom und Vodafone sowie der Provider mobilcom-debitel die eSIM ins Angebot aufgenommen. Zudem ist die eSIM nur für Postpaid-Kunden von Vodafone und mobilcom-debitel verfügbar. Ende 2018 soll mit o2 der dritte Netzbetreiber folgen. Bei Mobilfunkdiscountern wie z.B. Aldi-Talk, Blau, congstar oder otelo ist die eSIM bislang nicht erhältlich.

  • Telekom (Vertrags- und Prepaid-Kunden)
  • Vodafone (Vertragskunden)
  • mobilcom-debitel (Vertragskunden)
  • o2 (November 2018)

eSIM Preise und Kosten im Überblick

Die Nutzung einer eSIM ist generell kostenlos, da diese bereits im Gerät fest verbaut ist. Allerdings können Kosten anfallen, wenn der Mobilfunkkunde von seiner bisherigen Hauptkarte zu einer eSIM wechselt. Die Preise für diese Umstellung legen die Mobilfunkanbieter selbst fest. Für Neukunden und im Zuge einer Vertragsverlängerung ist die eSIM i.d. Regel kostenlos. Bei einem Wechsel bzw. Umstellung ist derzeit mit folgenden Preisen zu rechnen:

eSIM-Profile lassen sich im Telekom-Netz sich nur einmalig aktivieren. Für ein neues Profil z.B. bei einem Gerätewechsel muss ein neues Profil angelegt. Dies ist evtl. mit neuen Kosten (mobilcom-debitel) verbunden.

Vorteile und Nachteile einer eSIM

Die Nutzung einer eSIM bringt für Mobilfunkkunden einige Vorteile mit sich. Allerdings birgt die technische Neuerung auch einige Nachteile. Wir informieren über Vor- und Nachteile der eSIM.

Vorteile einer eSIM:

  • Leichter Anbieterwechsel: Der Handytarif lässt sich einfach per QR-Code anpassen. Außerdem ist keine Wartezeit auf eine SIM-Karte erforderlich.
  • Flexible Auslandstarife: Außerhalb der EU können lokale Handytarife schnell und einfach gebucht werden. Die Handynutzung wird durch den Wegfall der Roaming-Gebühren günstiger.
  • SIM-Karten-Tausch: Der Tausch einer SIM-Karte ist beim Handywechsel nicht mehr notwendig. Zum Austausch genügt der Scan eines Codes.
  • Widerstandsfähigkeit: Ein Schaden bzw. Defekt ist nahezu ausgeschlossen. Zudem sind Geräte durch den fehlenden SIM-Karten-Slot weniger anfällig für eindringendes Wasser.
  • Müll: Kein unnötiger Plastik- und Papiermüll durch Versand und Nutzung

Nachteile einer eSIM:

  • Verfügbarkeit: Freischaltung von allen Mobilfunkdiscountern wird noch lange dauern. Verbraucher sind bis dahin in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt.
  • Dual-SIM-Funktion: Ausschließlich mit der eSIM lassen sich derzeit parallel nicht zwei Tarife nutzen. Es wird weiterhin ein Dual-SIM-Handy mit eSIM und SIM-Karten-Slot benötigt.
  • Tarifabsprachen & Honorar: Hersteller vermarkten Tarife direkt im Smartphone. Tarifabsprachen sind zwischen Netzbetreiber und Hersteller sind möglich. Shops, Filialen oder Vergleichsportale erhalten u.U. kein Honorar für die Vermittlung und Beratung.
  • Datenschutz: Die eSIM ist immer online und beinhaltet viele persönlichen Daten. Daher ist die eSIM ein attraktives Angriffsziel für Datendiebe.

Geräte mit eSIM Unterstützung

Mit dem Verkaufsstart der neuen iPhones ist die Liste der eSIM-Geräte gewachsen. Neben Apple bieten auch Samsung und Google erste Geräte mit eSIM an. Nach und nach sollen weitere Hersteller folgen. Wann der endgültige Durchbruch der eSIM für den Massenmarkt erfolgt, ist derzeit nicht absehbar. Aktuell wird die eSIM von folgenden Geräten unterstützt:

  • iPhone XS (Max)
  • iPhone XR
  • Apple Watch Series 3
  • Apple Watch Series 4
  • Samsung Galaxy Watch
  • Google Pixel 3
  • Google Pixel 3 XL
Dieses Seite jetzt selbst bewerten:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5,00/5 aus 1 Bewertungen)
Loading...

Verwandte Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here